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GEFAHRGUTÜBUNG BEIM AUTOBAHNKNOTEN PONGAU

GEFAHRGUTÜBUNG BEIM AUTOBAHNKNOTEN PONGAU

FEUERWEHREN AUS DEM PONGAU UND SPEZIALKRÄFTE IN PFARRWERFEN „IM EINSATZ“

Am 22.10.2016 übten die freiwilligen Feuerwehren des Bezirkes Pongau gemeinsam mit Rotem Kreuz, ASFINAG, Polizei, Behörde und der Wasserrettung (Verletztendarsteller) für den Ernstfall: Ein Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten Personen und einem Gefahrgut-LKW auf der Autobahn.

Als Übungsannahme diente der Unfall eines mit Acrylsäure beladenen LKW, durch welchen ein weiterer Verkehrsunfall mit insgesamt 5 beteiligten Fahrzeugen verursacht wurde. In den in den Unfall verwickelten Fahrzeugen wurden insgesamt 14 Personen zum Teil schwer eingeklemmt und mussten durch die Einsatzkräfte mit hydraulischem Rettungsgerät befreit werden. Erschwerend kam hinzu, dass die Rettung der Personen aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich des Gefahrgut-LKW nur unter schwerem Atemschutz möglich war. Zudem ist einer der verunfallten PKW in Brand geraten.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehren Pfarrwerfen, Werfen, Bischofshofen, Schwarzach, St. Johann i.Pg., Altenmarkt, Eben und Flachau retteten zuerst die eingeklemmten Personen, übergaben diese dem Roten Kreuz zur weiteren Behandlung und nahmen die Brandbekämpfung des brennenden PKW vor. Parallel dazu wurde durch die Feuerwehren die Abdichtung des beschädigten Gefahrgut-LKW in Schutzstufe 3 („Vollschutzanzug“) vorgenommen, um ein weiteres Austreten des Stoffes zu verhindern.

„Acrylsäure ist eine ätzende, farblose, leicht entzündliche und mit Wasser mischbare chemische Verbindung mit stechendem Geruch, welche vorrangig in der Herstellung von Acrylglasplatten (Plexiglas) verwendet wird und häufig auf Österreichs Straßen transportiert wird“, erklärt Sepp Prommegger, Bezirkssachbearbeiter für Gefahrgut. Acrylsäure bildet leicht entzündliche Dampf-Luft-Gemische und ist durch den niedrigen Explosionsbereich von 3,9 bis 19,8 Vol-% sehr gefährlich.

Da Acrylsäure lediglich unter bestimmten Temperaturbereichen umgepumpt werden kann, wurde für die weitere Bergung des Stoffes die Werkfeuerwehr Gendorf (Bayern) über das Transport-, Unfall-, Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS) informiert. Durch den Einsatz von beheizbaren Schläuchen wurde gemeinsam mit den Fachkräften des Chemiewerkes Gendorf der Stoff in einen für die Bergung vorgesehenen Tankwagen umgepumpt.

„Die Zusammenarbeit mit den Deutschen Kollegen der Werkfeuerwehr Gendorf hat hervorragend funktioniert“, freut sich Bezirksfeuerwehrkommandant Robert Lottermoser. „Es zeigte sich abermals, dass die Kräfte der Pongauer Blaulichtorganisationen auch in größeren Schadensfällen gut und erfolgreich zusammenarbeiten. Die jährlich stattfindenden gemeinsamen Übungen tragen neben dem persönlichen Engagement von allen Mitwirkenden hier einen Großteil dazu bei.“
Feuerwehr und Rotes Kreuz veranstalten jährlich stattfindende gemeinsame Übungen mit dem Ziel, die Zusammenarbeit in Schadensfällen kontinuierlich zu optimieren. Zudem erfolgt jährliche eine Schulung von Pongauer Fachkräften im Chemiewerk Gendorf, um den hohen Ausbildungstand der Feuerwehrmitglieder in Verbindung mit Gefahrgutunfällen so gut wie möglich zu erhalten.

Text: VI Martin Klässner, Pressereferent Bezirk Pongau

 

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